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Aktuelles: GMS Schopfloch

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Autor: GMS Schopfloch
Artikel vom 09.11.2020

Devise: "Hilfestellung statt Frontallehrer"

Bei einem Pressegespräch wurde die aktuelle Situation der GMS Schopfloch/Waldachtal aufgezeigt. Zugleich sind sich alle Beteiligten
in einem sicher: Die Entscheidung, die GMS zu gründen, war die richtige.
Besonders merke man dies an den guten Schulabschlüssen.

Von Andreas Wagner
Waldachtal. »Bei meinem Amtsantritt im Jahr 2014 war bereits alles beschlossen. Es fehlte nur noch die Unterschrift«, erinnerte sich Waldachtals Bürgermeisterin Annick Grassi an die Entstehung der Gemeinschaftsschule (GMS) Schopfloch/Waldachtal.

Heute können Grassi sowie Bürgermeister Klaas Klaasen (Schopfloch) froh darüber sein, dass mit ihrer Unterschrift die GMS im Jahr 2014 an den Start gebracht wurde, wie sich im Rahmen eines Pressegesprächs herausstellte. Nachdem in diesem Jahr der erste Jahrgang der GMS erfolgreich den Hauptschul- und Realschulabschluss absolvierte, konnten die Verantwortlichen heute ein Fazit ziehen. »Wir hatten damals zwar Prognosen, aber keine Fakten. Wir mussten zuerst Erfahrungen sammeln«, resümierte Schulleiterin Simone Schuon.

Lernwegelisten werden erarbeitet

Rund 1,2 Millionen Euro musste die Gemeinde Waldachtal für Sanierungsarbeiten an der Waldachtalschule investieren. Unter anderem wurde in den vergangenen Jahren die Elektroinstallation komplett erneuert sowie die Beleuchtung im Gebäude auf LED-Technik umgerüstet.
Des Weiteren wurden neue Vorhänge und Jalousien angeschafft und die Lüftungsanlage erneuert.

In Schopfloch wurden 2 Millionen Euro in die Hand genommen, die Eröffnung der Sporthalle fand im selben Zeitraum statt. »Die Schule hat im Mittelpunkt des kommunalen Geschehens gestanden«, erinnerte sich Klaasen.
Schulbücher und weiteres Lehrmaterial mussten zuerst erarbeitet sowie eigene Kompetenzraster entwickelt werden.

Lernwegelisten wurden entsprechend dem Bildungssystem in die drei Kategorien, der grundlegenden (Hauptschule),
mittleren (Realschule) und erweiterten Niveaustufe unterteilt. Letztere gilt als Vorbereitung für das Abitur. Mithilfe von Lerntagebüchern sollen sich die Schüler ihren Zielen nähern.

Des Weiteren finden an der GMS persönliche Coachinggespräche mit den Schülern statt. In welchen nicht nur die Fortschritte und Ziele verfolgt
werden, sondern auch die persönlichen Befindlichkeiten der Schüler berücksichtigt werden. »Wenn ich deren Probleme kenne, dann kann ich anders auf die Schüler eingehen.
Man bekommt ein komplett anderes Verhältnis zu den Schülern«, befürwortet Gymnasiallehrkraft Isabelle Brender das Coaching.

Sie unterrichtet in den Fächern Französisch und Religion und habe sich bewusst für eine Stelle an der GMS entschieden.
So auch die ehemaligen Schüler Leon Smetoch, Lea Gaiser und Miriam Runge. Nach einem »Tag der offenen Tür« waren die Jugendlichen davon überzeugt, dass die GMS die richtige Wahl ist. »Ich fand die Räumlichkeiten und das Gebäude sehr ansprechend«, erinnert sich die 16- jährige Miriam Runge und war sich zudem sicher: »Hier kann ich mich hocharbeiten.«

Schüler sind sich ihrer Zukunft sicherer

Vieles war für die damaligen Schüler neu. Angefangen von den Coaching-Gesprächen bis hin zum selbstorganisierten Lernen (SL). Keine Hausaufgaben,
dafür aber Mittagsstunden (SL-Stunden) drei Mal in der Woche, in welchen die Schüler anhand der Lernwegelisten ihre Aufgaben abarbeiteten.
»Hilfestellung statt Frontallehrer«, laute die Devise, so Brender. Statt durch Klassenarbeiten wird der Fortschritt der Schüler bis zur 8. Klasse anhand von Leistungs- und Kompetenznachweisen ermittelt. Ab der 9. Klasse gibt es für die schulischen Tests feste Termine, und die Leistungen der Schüler werden
nach dem üblichen Benotungssystem ermittelt.

»In den Abschlussklassen unterscheidet sich nichts mehr von den anderen Schulen. Die Abschlussprüfungen sind identisch«, erklärte die Schulleiterin.
»Viele kamen mit einer Hauptschulempfehlung zu uns und haben stattdessen einen sehr guten Realschulabschluss geschafft«, verriet Konrektor Tobias Hellstern.
So ähnlich erging es der heute 16-jährigen Lea Gaiser, welche nach dem Erlangen der mittleren Reife nun auf ein Wirtschaftsgymnasium wechseln wird, um später ein Studium anzustreben. So auch ihre beiden Schulkameraden. Der 18-jährige Smetoch zieht nach dem Fachabi ein duales Studium in Betracht, Runge will Lehramt studieren. Der Notendurchschnitt der Abschlussklasse betrug 2,4.

»Die Schulgebäude laden zum Lernen ein. Die Schulen sind top ausgestattet und das merkt man auch«, so das Fazit von Martin Wehrle aus dem Lehrerkollegium. »Eine wahnsinnige Entwicklung der Schüler, die niemand zuvor erwartet hätte«, lobte Brender die Leistungen.

Auch mit dem Erfolg der Neuntklässler zeigte sich das Lehrerkollegium zufrieden. »Alle 14 Schüler haben die Hauptschulprüfung bestanden«, verriet Schuon. Der Notendurchschnitt betrug 3,2.
Insgesamt 207 Schüler besuchen derzeit die GMS Schopfloch/Waldachtal. »Die Schülerzahlen sind konstant, aber könnten höher sein. Wir würden uns über eine Zweizügigkeit freuen«, gab Schuon abschließend bekannt.

Quelle: "Schwarzwälder Bote, 7.10.2020, Andreas Wagner"

Auf der GMS Schopfloch/Waldachtal werden die Schüler auf die weitere Zukunft vorbereitet. Dessen sind sich die Verantwortlichen sicher, wie bei einem Pressegespräch erklärt wurde.